Die von Ulrich Bernhardt als „Liquidationen“ bezeichnete Werkgruppe von Grafiken entstand zwischen 1966 und 1969 und besteht aus mit Lösungsmitteln ausgewaschenen Zeitschriftenausschnitten aus dem US-amerikanischen Life-Magazin. Bernhardt setzte sich zu dieser Zeit in seinem Studium der Malerei an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart intensiv mit den Werken des Pop-Art-Künstlers Robert Rauschenberg auseinander, der in seinen Siebdrucken verschiedene aus den Massenmedien entnommene Motive zu collageartigen Kompositionen vereinte.
Im Gegensatz zu Rauschenberg setzt Bernhardt bei seinen Liquidationen die Auslöschung der Bildinhalte als Mittel ein, um auf die politische Situation seiner Zeit zu reagieren. Aufgrund der kritischen Haltung des Künstlers gegenüber dem Vietnamkrieg wurden 1967 bei der ersten Präsentation der Werkgruppe im Stuttgarter Club Voltaire Teile von Bernhardts Ausstellung durch die amerikanische Militärpolizei zerstört....