Mitte der 1970er-Jahre hatte Ulrich Bernhardt während seiner Zeit als Mitarbeiter an einem Forschungsprojekt an der Universität Stuttgart Zugang zu einem der zu dieser Zeit noch seltenen Fotokopiergeräte. Dieses konnte er zur Herstellung von experimentellen Werken nutzen, die, wie die Polaroid-Fotografie, die Videokunst oder die Performance, dem damals verbreiteten Wunsch nach Unmittelbarkeit, Direktheit und Prozesshaftigkeit entsprachen.
An der Technik der Fotokopie interessierte Bernhardt zum einen die Möglichkeit, gestochen scharfe Bilder günstig herzustellen. Zum anderen erlaubt sie, gefundene Materialien spielerisch zu kombinieren, sodass durch Schichtung und Reihung neue, assoziative Bedeutungszusammenhänge entstehen. Mit der Verbreitung der Fotokopierer entstand in den 1970er-Jahren international eine Copy-Art-Szene, der Bernhardt 1986 im Künstlerhaus Stuttgart eine Ausstellung widmete. Die erste Ausstellung von Bernhardts Copy Art fand 1976 in der Buchhandlung Niedlich in Stuttgart statt....